• Argentinisches Tageblatt

Argentinische Woche in Kürze

(Vom 29.3.19 bis 5.4.19)

Der Dollarkurs schloss am Mittwoch zu $ 43,84, gegen $ 41,95 in der Vorwoche. In den ersten Tagen der Woche war der Kurs noch mehr gestiegen. Die Haussetendenz wurde durch die Unterbringung von Leliq-Schatzscheinen in Höhe von $ 201,88 Mrd. zu 67,98% (!) gebremst. Die ZB-Reserven lagen bei u$s 66,26, gegen u$s 68,31 Mrd. eine Woche zuvor. Der Rofex-Terminkurs lag zum 28.2.20 bei $ 61,85, was einen Jahreszinssatz von 50,85% zum Ausdruck bringt.

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Der Merval-Aktienindex der Börse von Buenos Aires verzeichnet in einer Woche zum Mittwoch einen Rückgang von 1,27% und liegt um 4,86% über Ende Dezember 2018.

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Die argentinischen Staatstitel weisen in einer Woche zum Mittwoch eine leichte Besserung auf. Die Entwicklung war im Einzelnen wie folgt: Argentina 2019: unverändert; Argentina 2021: +0,22%; Argentina 2026: +0,71%; Argentina 2046: +1,53%; Bonar 2024: +2,65%.

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Gold wurde in Buenos Aires (Banco Ciudad) am Mittwoch bei 24 Karat zu $ 1.680,49 pro Gramm gehandelt (Vorwoche: $ 1.612,63). Gold zu 18 Karat wurde nicht gehandelt.

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Die Geldmenge, gemessen als monetäre Basis (Banknoten im Umlauf plus Giro- und Spardepositen) stieg in 12 Monaten zum 29.3.19 um 35,77%, aber bei einer Abnahme von 3,67% in den letzten 30 Tagen. Das monetäre Aggregat M2 (Banknoten im Umlauf plus Giro- und Spardepositen), das sich auf Zahlungsmittel im weiteren Sinn bezieht, stieg in der gleichen Periode um 14,77%.

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Die gesamten Depositen in Pesos des lokalen Bankensystems stiegen in 12 Monaten zum 29.3.19 um 33,36% auf $ 2,99 Bio., und die Pesokredite nahmen um 6,88% auf $ 1,62 Bio. zu. Die Dollardepositen stiegen um 15,69% auf u$s 35,24 Mrd., und die Dollarkredite um 2,11% auf u$ 16,18 Mrd.

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Alberto Samid, Inhaber von Schlachthöfen, einer Kette von Metzgereien und Landgütern, der auch in der Politik (im Justizialismus) sehr aktiv war, und mit dem ehemaligen Gouverneur Daniel Scioli befreundet war (er spielte Schach mit ihm in dessen Residenz La Ñata), der ihm zum Direktor des Zentralmarktes von Buenos Aires ernannte, wurde vor Gericht vorgeladen, wegen einer Klage der AFIP über eine Hinterziehung von $ 28 Mio. Die Klage stammt aus dem Jahr 1996 und ist sehr ausführlich und präzis, mit Aufzählung unzähliger grober Hinterziehungsmanöver, die einzeln ermittelt wurden. Normalerweise führt ein Fall wie dieser zu einer sofortigen Haftstrafe und einer Millionenbusse. Es wurde nicht erklärt, warum der Fall erst nach 23 Jahren von einem Gericht behandelt wird. Samid hat sich jedoch versteckt und ist nicht vor Gericht erschienen.

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Das Produktions- und Arbeitsministerium, geleitet von Minister Dante Sica, hat eine Untersuchung über den Import von Stahlröhren eingeleitet, angeblich aus China, bei dem Dumping vermutet wird. Betroffen durch die Importe ist die lokale Stahlröhrenfabrik des Techint-Konzerns in Campana.

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Die Inflation, gemessen mit den Index der Konsumentenpreise, wird für März 2019 von der Consulting-Firma Orlando Ferreres & Partner auf 3,7% geschätzt.

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Die Mieten in der Stadt Buenos Aires sind, in Dollar berechnet und auf den Dollarkert der Immobilien bezogen, laut einer Ermittlung der Zeitschrift “Reporte Inmobiliario” im März 2019 auf den niedrigsten Stand in 40 Jahren gefallen. Der Inhaber der Immobilie erhält jetzt durchschnittlich nur 1,78% des Wertes derselben. Entweder sind die Mieten niedrig, oder der Dollarwert der Wohnungsn ist überhöht, oder es handelt sich aus einer Mischung von beiden.

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Der EMAE-Index des Indec (“Estimador mensual la actividad económica”), der eine grobe Schätzung des BIP darstellt, lag im Januar um 5,7% unter dem gleichen Vorjahresmonat, aber 0,5% über Dezember 2018. Es ist der zehnte Monat in Folge mit einem interannuell negativen Ergebnis.

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Im Januar gingen 38.400 formelle Arbeitsplätze verloren, ergibt die Statistik des Arbeitsministeriums. Insgesamt gab es im Januar somit 12,15 Mio. registrierte Beschäftigte. Die Zahl der Staatsangestellten nahm interannuell um 39.900 ab, die sozialen Einheitssteuerzahler fielen um 14.600 und die selbstständig Tätigen um 2.300. Doch die Zahl der Einheitssteuerzahler nahm um 10.600, die der privaten Arbeitnehmer um 6.900 und das Haushaltspersonal um 900 zu.

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Durch Mitteilung A 6661 hat die ZB verfügt, das die Banken Leliq-Schatzscheine für 100% ihres Vermögens und 100% des monatlichen Durchschnittes der Pesodepositen halten können. Bisher durften sie nur Leliq für 65% der Depositen des Vormonats halten. Mit dieser Maßnahme sollen die Banken angeregt werden, höhere Zinsen auf Frist- und Spardepositen zu zahlen, was auch die Sparer anregen soll, mehr Mittel bei Banken zu deponieren, was den Banken erlaubt, mehr Leliq zu übernehmen.

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Ab Mai nehmen die Tarife der privaten Gesundheitsdienste (“prepagas”) um 7,5% zu. Im Jahr 2018 gab es 5 Zunahmen, die insgesamt 42,2% ausmachen. Im Durchschnitt betragen die monatlichen Quoten für Erwachsene zwischen $ 5.000 und $ 7.000, und bei älteren Menschen mehr. Ein junges Ehepaar mit zwei minderjährigen Kindern zahlt um die $ 12.000 pro Monat.

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Der Gastarif wird um insgesamt 29% erhöht, mit einer Zunahme von 10% im April, 20% im Mai und 9% im Juni. Dies kostet das Schatzamt $ 4,5 Mrd., die als Subvention an die Unternehmen gezahlt werden.

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Ende der Vorwoche hat die Regierung das Projekt der Reform des Gesetzes im Kongress eingebracht, das die Zentralbalbank regelt. Das Projekt schließt die Möglichkeit aus, das Schatzamt direkt oder über Verkauf von Devisenreserven zu finanzieren. Außerdem wird die Übertragung von nicht flüssigen ZB-Gewinnen an das Schatzamt nicht mehr zugelassen. Bisher hatte das Schatzamt den Buchgewinn abgehoben, der sie bei den ZB-Reserven, in Pesos berechnet, wegen der Abwertung ergab. Die Reform war mit dem IWF vereinbart worden. Es ist jedoch fraglich, ob das Gesetzesprojekt dieses Jahr im Parlament behandelt wird.

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Durch Beschluss 4447/19 der AFIP (Amtsblatt vom 29.3.19) wurde bestimmt, dass bei Postpaketen aus dem Ausland der zollfreie Wert von u$s 900 auf u$s 3.000 erhöht wird. Das Höchstgewicht bleibt bei 20 kg, und es müssen Waren für den persönlichen Verbrauch und nicht für Handelszwecke sein. Jährlich kann ein Empfänger 12 Pakete in seiner Wohnungen erhalten, deren Wert u$s 50 nicht übersteigen darf. Auf einen höheren Wert muss ein Zollsatz von 50% auf die Differenz gezahlt werden. Der Beschluss bezieht sich auch auf die formellen Aspekte des Systems.

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Ab letztem Montag hat die AFIP eine elektronische Kontrolle bei 5.000 Einzelhandelsgeschäften eingeführt, die die persönliche Kontrolle vor Ort ersetzt. Täglich müssen die Betreiber dieser Einzelhandelsläden den Umsatz mitteilen, was die AFIP dann mit der MwSt-Erklärung u.a. Daten vergleicht. Wenn Unstimmigkeiten entdeckt werden, wird ein Inspektor entsandt, der den Fall untersucht. Dieses System, benannt Mevem, wurde letzten Sommer schon bei 526 Einzelhandelsgeschäften in Mar del Plata angewendet, wobei die MwSt-Einnahmen um 59% zunahmen.

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Shell hat den Benzinpreis ab letztem Samstag um 9,5% erhöht, YPF ab Sonntag um 4,55% und Axion ab letztem Montag um 5,3%. Bei YPF kostet jetzt Superbenzin $ 49,43 pro Liter und Premium-Benzin $ 46,65. Dieselöl kostet $ 37,94 pro Liter, und bei qualitativ hochwertigerem $ 44,40.

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Im März 2019 wurden 38.864 Automobile, Lastwagen und und Kleinlaster (“pick ups”) in das offizielle Register eingetragen, 54,5% unter dem gleichen Vorjahresmonat und 3,1% unter Februar 2019, berichtet der Agenturenverband Acara. Die Eintragungen entsprechen dem Verkauf der Agenturen an ihre Kunden. Von den im März verkauften Kfz entfallen 6.366 auf Renault, 6.150 auf VW, 4640 auf Ford, 4.309 auf Chevrolet und 4.252 auf Toyota. Die meistverkauften Modelle waren der Toyots Hilux (1.775 Einheiten), der Ford Ka (1.657), der Chevrolet Onix (1.445), der Renault Kwid (1.261), der Renault Sandero (1.195), der VW Gol (1.191), der FIAT Chronos (1.129), der VW Amarok (1.111), der Chevrolet Prisma (1.075) und der Toyota Ethios (1.072).

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Im März 2019 wurden 31.279 Motorräder in das offizielle Register eingetragen, 54,7% unter dem gleichen Vorjahresmonat und 5,5% unter Februar 2019, berichtet der Agenturenverband Acara.

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Beim bilateralen Handel mit Brasilien erreichte Argentinien im März einen Überschuss von u$s 184 Mio. Es ist der vierte Monat in Folge mit einem positiven Saldo. Die Exporte erreichten u$s 983 Mio., 12,2% über dem Vorjahr, und die Importe u$s 799 Mio., 53,3% unter dem Vorjahr.

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Der Index der argentinischen Produktionskosten, den das Wirtschaftsinstitut der UADE-Universität berechnet, lag im Januar 2019 um 11% unter dem gleichen Vorjahresmonat. Das ist im Wesen eine Folge der Abwertung, die nur zum Teil auf die internen Kosten abgewälzt wurde.

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