• Argentinisches Tageblatt

Argentinische Woche in Kürze

(Vom 22.3.19 bis 29.3.19)

Der Dollarkurs schloss am Mittwoch zu $ 44,92, gegen $ 41,95 eine Woche zuvor. Im Monat März stieg der Kurs um fast 12%. Die Devisenreserven der ZB lagen bei u$s 66,86 Mrd., gegen u$s 68,31 Mrd. eine Woche zuvor.

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Der Merval-Aktienindex der Börse von Buenos Aires weist in einer Woche zum Mittwoch einen Rückgang von 7,39% auf, und liegt somit nur noch um 6,21% über Ende 2018.

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Die Staatstitel standen in einer Woche zum Mittwoch im Zeichen der Baisse. Die Entwicklung war im Einzelnen wie folgt: Argentina 2019: -0,10%; Argentina 2021: -1,13%; Argentina 2026: -2,31%; Argentina 2046: -2,92%; Bonar 2024: -3,25%.

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Gold wurde in Buenos Aires (Banco Ciudad) bei 18 Karat zu $ 1.133,9 je Gramm gehandelt, nachdem es während drei Wochen keinen Handel gab. Gold von 24 Karat wurde zu $ 1.711.73 gehandelt (Vorwoche: $ 1.612,63).

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Die Geldmenge, gemessen als monetäre Basis (Banknoten im Umlauf plus Bankdepositen bei der ZB) stieg in 12 Monaten zum 25.03.19 um 28,78%, bei einer Abnahme von 4,34% in 30 Tagen. Das monetäre Aggregat M2 (Banknoten im Umlauf plus Giro- und Spardepositen), das sich auf Zahlungsmittel im weiteren Sinn bezieht, stieg in der gleichen Periode nur um 15,22%.

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Die gesamten Bankdepositen in Pesos stiegen in 12 Monaten zum 25.03.19 um 32,88% auf $ 35,33 Bio., und die gesamten Pesokrediten nahmen um 7,73% auf $ 1,60 Bio. zu. Bei einer Inflation von über 50%, stellt dies eine drastische reale Kreditverringerung dar, die rezessiv auf die Wirtschaft wirkt. Die Dollardepositen stiegen in der gleichen Periode um 16,45% auf u$s 35,33 Mrd, und die Dollarkredite um 0,97% auf u$s 16,19 Mrd.

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Die Industrieproduktion der kleinen und mittleren Unternehmen, die der Verband CAME (Confederacion de la mediana empresa) erhebt, lag im Februar um 6,1% unter dem gleichen Vorjahresmonat und um 4,2% unter Januar 2019. Die Kapazitätsauslastung stieg im Februar leicht auf 58,9%, und die Zahl der Unternehmen, die eine Besserung ausweisen, betrug 33,1%. Nach Branchen aufgeteilt fand der größte interannuelle Rückgang bei Schuhen und Lederwaren (-20%), Möbeln und Holzprodukten (-14,1%), Bekleidung (-11,4%), elektromechanischen Produkten plus Informatikprodukten (-10,3%) und Transportmaterial (-10,3%) statt. Auf der anderen Seite lag der Rückgang bei chemischen Produkten nur bei 0,5% und bei Papier, Pappe und Druckereien gab es keine Veränderung.

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Das Gericht, in dem das Konkursverfahren der Postfirma OCA abgewickelt wird, hat drei Vorschläge zur Übernahme erhalten: 1. Die Firma “Servicio Privado de Transporte, SEPRIT” ; 2. Eine Genossenschaft der leitenden Beamten der Firma, die mit dem Geschäftsführer Farcuh in Beziehung stehen; 3. Eine Genossenschaft einer anderen Gruppe leitender Angestellten. OCA hat Schulden von über $ 7 Mrd., von denen $ 6 Mrd. auf die AFIP entfallen. Bei den Offerten für die Übernahme werden die Schulden nur zum geringsten Teil anerkannt. Das schafft jedoch ein juristisches Problem, das nur durch eine Konkurserklärung (“quiebra”) gelöst werden kann.

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Der Umsatz der Supermärkte lag im Januar 2019 bei $ 45,48 Mrd., 40% über dem gleichen Vorjahresmonat, berichtet das INDEC. Bei Inflationsberichtigung, also zu konstanten Preisen, ergibt sich eine Abnahme von 10,5%, die auf geringere Mengenverkäufe und auch auf Übergang auf billigere Produkte und Marken zurückzuführen ist.

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Der Umsatz der Shopping-Centers lag im Januar bei $ 5,96 Mrd., 25% über dem Vorjahr, wobei es zu konstanten Werten ein Rückgang von 15,1% ergibt.

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Die Zahl der in der Bundeshauptstadt verkauften Immobilien lag im Februar 2019 bei 2.141, 47,6% unter dem gleichen Vorjahresmonat, berichtet der Verband der städtischen Notare. In der Provinz Buenos Aires waren es im Februar 4.385 Immobilien, 35,9% unter dem Vorjahr, berichtet das Kollegium der Provinznotare. In der Bundeshauptstadt wurden im Februar dieses Jahres nur 172 Käufe mit Hypothek getätigt, 89% weniger als im Vorjahr. In der Provinz waren es 442, 76,5% unter dem Vorjahr.

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Die Handelsbilanz schloss im Februar mit einem Überschuss von u$s 460 Mio., berichtet das INDEC. Es ist der sechste Monat in Folge mit Überschuss, nach 20 Monaten mit Defizit. Die Exporte erreichten im Februar u$s 4,46 Mrd., 3,7% über dem Vorjahr, und die Importe u$s 4 Mrd., 22,8% unter dem Vorjahr. Bei den Exporten stiegen primäre Produkte (in Werten) um 1,2%, industrielle Produkte auf landwirtschaftlicher Basis um 4,1%, reine Industrieprodukte (vor allem Kfz) um 5,5%, und Brennstoffe und Energie um 3%. Bei den Importen fielen Kapitalgüter um 32,8%, Güter für die Weiterverarbeitung um 9,8%, Brenn- und Schmierstoffe um 17,1%, Teile von Kapitalgütern um 18,2%, Konsumgüter um 28,8%, und Kfz um 46,5%, während der Rest um 5,3% zunahm. Für das erste Bimester 2019 ergibt sich jetzt eine Besserung gegenüber der gleichen Vorjahresperiode von u$s 2,8 Mrd.

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Die Kapitalflucht lag im Februar 2019 laut ZB-Daten bei u$s 965 Mio., 50,7% unter Januar 2019 und 28,1% unter Februar 2018. Im 1. Bimester 2018 sind es somit u$s 2,92 Mrd. Diese Kapitalflucht schließt auch Zahlungen ein, die von der ZB nicht erfasst werden, wie Differenzen bei unterfakturierten Importen (die einen hohen Betrag ausmachen) u.a., so dass die echte Kapitalflucht wesentlich geringer ist. Ebenfalls besteht ein großer Teil davon im Kauf von Dollarnoten, die lokal als Liquiditätsreserve gehalten werden und keine echte Kapitalflucht darstellen. Das betrifft auch die u$s 64 Mrd., die als Kapitalflucht unter der Macri-Regierung angegeben werden. Wenn das bimonetäre Währungssystem, das in Argentinien faktisch besteht, nicht verstanden wird, gelangt man zu falschen Schlussfolgerungen.

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Der Oberste Gerichtshof hat mit vier Stimmen gegen die des Präsidenten, Carlos Rosenkrantz, einer Klage einer Pensionärin aus Entre Rios zugestimmt, die den Abzug der Gewinnsteuer (Einkommenssteuer) beanstandet hatte. In diesem Fall muss die provinzielle Kasse zahlen. Doch wenn auch beim nationalen Pensionierungssystem die Gewinnsteuer abgeschafft wird, die unter 300.000 Pensionäre betrifft (mit Pensionen von über $ 60.000 pro Monat), dann werden die Kosten auf insgesamt $ 6 Mrd. jährlich geschätzt. Indessen muss jeder Betroffene einen Prozess anstrengen, der dann lange dauert. Das Urteil ist rein technisch unverständlich. Die Einkommenssteuer ist auf der ganzen Welt umfassend, und schließt Pensionen nicht aus. Der Beitrag zum System, der während des aktiven Lebens gezahlt wird, wird vom Einkommen vor Berechnung der Gewinnsteuer abgezogen, so dass keine Doppelbesteuerung besteht, wie es die Klage behauptet. Das Urteil empfiehlt der Regierung auch, das Gewinnsteuergesetz im Sinne dieses Urteils zu ändern. Die Regierung sollte jedoch genau das Gegenteil tun, und den Einschluss von Pensionen und Hinterbliebenenrenten bestätigen, um weitere Prozesse zu entkräften.

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