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  • Argentinisches Tageblatt

Argentinische Wirtschaft

Vom 10.1. bis 17.1.

Der Dollarkurs schloss am Mittwoch zu $ 62,98, mit einer minimalen Veränderung gegenüber der Vorwoche. Doch der Schwarzkurs (“blue”) stieg auf $ 78 (Vorwoche: $ 76,50), und der Kurs, der sich bei Überweisungen über Staatspapiere ergibt (“contado con liqui”) lag bei $ 80,84 ($ 77,39). Die ZB musste per Saldo in den letzten Tagen Dollar auf dem Devisenmarkt verkaufen, um den Kurs zu halten, aber in geringen Mengen. Doch am Mittwoch kaufte die ZB $ 60 Mio. Die Politik der Kurspflege wird konsequent vollzogen. Die ZB-Reserven lagen am Mittwoch bei u$s 45,28 Mrd. gegen u$s 45,18 Mrd. eine Woche zuvor. Der Rofex-Terminkurs lag zum 30.9.20 bei $ 78,40, was einen Zinssatz von 45,76% zum Ausdruck bringt.

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Der Merval-Aktienindex der Börse von Buenos Aires verzeichnet in einer Woche zum Mittwoch eine Zunahme von 0,56%.

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Die argentinischen Staatstitel haben sich in einer Woche zum Mittwoch allgemein erholt. Die Entwicklung war im Einzelnen wie folgt: Argentina 2022: +3,32%; Argentina 2021: +3,54%; Argentina 2026: +4,12%; Argentina 2046: +2,13%; Bonar 2024: +4,04%.

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Gold wurde am Mittwoch in Buenos Aires (Banco Ciudad) bei 14 Karat zu $ 3,078,26 pro Gramm gehandelt (Vorwoche: $ 3.132,62) und bei 18 Karat zu $ 2.154,78 ($ 2.192,84).

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Die Geldmenge, definiert als monetäre Basis (Banknoten im Umlauf plus Bankdepositen bei der ZB) stieg in 12 Monaten zum 13.01.20 um 24,06%. Dabei setzte in diesem Jahr ein Rückgang von 14,09% ein, der die Abschöpfung der Expansion zum Ausdruck bringt, die zur Finanzierung des Weihnachts- und Neujahrsgeschäfts stattgefunden hat. In 12 Monaten nahm der Notenumlauf in Händen des Publikums um 34,75% zu, wähend die Depositen bei der ZB nur um 4,45% stiegen. Hier kommt die Senkung der Mindestreserven zum Ausdruck. Das monetäre Aggregat M2 (Banknoten in Händen des Publikums plus Giro- und Spardepositen), das Zahlungsmittel im weiteren Sinn umfasst, stieg in 12 Monaten um 44,87%.

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Die gesamten Bankdepositen in Pesos stiegen in 12 Monaten zum 13.1.20 um 30,86% auf $ 3,75 Bio., und die gesamten Pesokredite nahmen um 20,66% auf $ zu. Bei Berücksichtigung der Inflation, fand eine bedeutende Abnahme der Kredite statt. Die Dollardepositen nahmen in der gleichen 12-Monatsperiode um 35,37% auf u$s 21,90 Mrd. ab, und die Dollarkredite gingen um 34,59% auf u$s 10,28 Mrd. zurück.

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Präsident Fernandez verpflichtete sich gegenüber mehreren Gouverneuren, die rückständigen Zahlungen des Bundesstaates (über die ANSES) an 13 Provinzen unmittelbar zu zahlen. Dabei wurde mit einer Zahlung von $ 726 Mio. an die Provinz La Pampa begonnen. Der Konflikt mit den Provinzen begann 2009, unter der Regierung von Cristina Kirchner. Unter der Macri-Regierung wurde die Zahlung an die Verpflichtung der Gouverneure gebunden, die Pensionierungssysteme für Provinzbeamte dem nationalen System anzupassen, was sie nicht taten. Deshalb wurde der verpflichtete Zuschuss nicht gezahlt. Diese Provinzen zahlen 82% des (wertberichtigten) Gehaltes, während es im nationalen System unter 50% sind. Bei den Provinzen, die in den 90er Jahren ihre Systeme an die ANSeS übertragen haben, gilt das nationale System, so dass eine Ungleichheit unter Provinzen besteht.

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Im Jahr 2018 betrugen die gesamten Ausgaben des Bundestaates 4,74 Bio., was eine Erfüllung von 96,2% der im Budget vorgesehenen Ausgaben darstellt. Der ursprüngliche Ausgabenbetrag wurde im Laufe des Jahres um 18,1% erhöht, was vornehmlich auf eine Zunahme der Zinszahlungen um 29,2% zurückzuführen ist. Die Zinsen auf die Staatsschuld stiegen von 3,7% des BIP im Jahr 2018 auf 4,3% im Jahr 2019. Insgesamt ereichten die Zinsen $ 921,48 Mrd., was 19,4% der Gesamtausgaben darstellt (Vorjahr: 16,4%). Die staatlichen Sozialausgaben erreichten 2019 $ 2,29 Bio, in konstanten Werten 6,1% unter dem Vorjahr. Pensionen nahmen real um 8,25% ab, die Gehälter der Staatsangestellten fielen real um 11,8%. Die Überweisungen an die Provinzen lagen 2019 nominell um 13,3% unter 2018, und die Kapitalausgaben (Staatsinvestitionen) gingen real um 2,5% zurück. Die laufenden Einnahmen stiegen real um 2,1%. Das gesamte Defizit, einschließlich Zinsen lag 2019 mit 3,9% des BIP um 1,7 Prozentpunkte unter 2018. Die Daten stammen vom Budgetbüro des Kongresses.

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Der Construya-Index, den die Fabrikanten von Baumaterialien auf Grund ihrer Lieferungen auf dem lokalen Markt aufstellen, weist für Dezember eine Zunahme von 9,3% gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat, aber eine Verringerung von 15,6% gegenüber November 2019 auf. Das ganze Jahr 2019 liegt um 7,8% unter 2017.

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Die ZB hat durch Mitteilung A 6859 bestimmt, dass die sogenannten Fintech, die sich mit Zahlungsdiensten befassen, die flüssigen Mittel, die die Kunden bei ihnen deponieren, in Girokonten bei Banken deponieren müssen. Auf diese Weise soll die Verfügbarkeit über diese Mittel jederzeit gesichert werden. Bis zum 31.1.20 müssen sich die Fintech dieser Norm anpassen. Bisher haben die Fintech diese Fonds weitgehend zinsbringend auf dem “money Market” angelegt, was eine durchschnittliche Rendite von 36% ergab. Die bekanntesten Fintech sind Mercado Pago, Ualá und Nubi.

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Die ZB hat die Mindestreserven für Banken, die Kredite an kleine und mittlere Unternehmen (Pymes) zu 40% erteilen, um 2 Prozentpunkte gesenkt. Die ZB schätzt, dass auf diese Weise der gesamte Kreditbetrag für diese Unternehmen um 60% zunehmen kann.

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Die ZB hat den Investmentfonds verboten, flüssige Mittel in Swap-Geschäften (“pases”) anzulegen. Die ZB will auch dieses Instrument, bei dem hohe Zinsen gezahlt werden, abschaffen. Im Grunde war kein Kaufverbot notwendig, da diese Geschäfte von der ZB abhängen, die dabei kurzfristig Liquidität abschöpft, und es genügt, wenn die ZB sie nicht anbietet. Die Regierung erwartet dabei, dass diese Mittel jetzt bei Banken deponiert werden und deren Kreditfähigkeit erhöhen. Die Investmentfonds haben gegenwärtig $ 186 Mrd. in Swap-Geschäften angelegt, die bis zum 3. Februar 2020 verfallen.

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Im November lag die Zahl der Auslandsreisenden mit 268.049 Personen um 3,1% unter dem gleichen Vorjahresmonat. Es war die niedrigste Zahl der letzten vier Jahre.

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Die Regierung hat in der Vorwoche die Lohnerhöhung von $ 4.000, davon $ 3.000 ab Januar und $ 1.000 zusätzlich ab Februar, auf die Angestellten des Nationalstaates ausgedehnt, die in Bruttogehalt von bis zu $ 60.000 monatlich beziehen (Netto: $ 49.800). Das betrifft 268.000 Staatsangestellte, da diejenigen, die Sondersysteme für ihre Entlöhnung haben (wie die Justizbeamten und die Mitglieder von Streit- und Sicherheitskräften) ausgeschlossen sind. Die Zulage wird von den üblichen Sozialabgaben betroffen, so dass die Beamten netto $ 3.320 erhalten. Die Zulage wird dann auf die Gehaltserhöhung angerechnet, die sich aus den paritätischen Verhandlungen ergibt.

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Die Immobiliensteuer ist nicht nur in der Provinz Buenos Aires erhöht worden, um 15%, 55% und 75% je nach Wert der Immobilie. In Córdoba geht die Erhöhung bei städtischen Immobilien von 42% bis 93% und bei ländlichen von 46% bis 77%. In Santa Fé geht die Zunahme von 10% bis 44% bei städtischen Immobilien und bis 40% bei ländlichen. Wenn man die Inflation des Jahres 2019 berücksichtigt, finden in vielen Fällen eine reale Abnahme statt. Nur bei teuren Immobilien gibt es eine reale Zunahme.

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Die ZB hat in der Vorwoche den Zinssatz der Leliq um 3 Prozentpunkte auf 52% gesenkt. Die erste Abnahme erfolgte am 19. Dezember, von 63% auf 58%, und die zweite am 26. Dezember, von 58% auf 55%.

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Das neue Steuergesetz der Provinz Buenos Aires enthält auch eine Erhöhung des Satzes der Bruttoumsatzsteuer auf Exporte über die Häfen der Provinz. Die Zunahme war im ursprünglichen Projekt höher, aber sie verblieb auf einem Stand, den die Exporteure als untragbar betrachten.

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Die Zitronenproduktion, bei der Argentinien weltweit an erster Stelle steht, die sich besonders auf Tucumán konzentriert, erreichte 2019 1,8 Mio. Tonnen, 10% unter den ca. 2 Mio. Tonnen von 2018. Von der Gesamtproduktion wurden 1,3 Mio. Tonnen zu Saft u.a. Produkten verarbeitet, 240.000 Tonnen wurden exportiert und der Rest wurde für den Binnenkonsum bestimmt.

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Die Produktion von trockenem Gemüse (Erbsen, Kichererbsen, Bohnen und Linsen) wird dieses Jahr stark zurückgehen. Letztes Jahr wurden um die 300.000 Tonnen Bohnen (Porotos), 130.000 Tonnen Kichererbsen (Garbanzos), 100.000 Tonnen Erbsen (arvejas) und 50.000 Tonnen Linsen (lentejas) erzeugt. Von diesen Produkten wird über 90% exportiert. Die internationalen Preise sind bei diesen Produkten in den letzten Jahren stark zurückgegangen, in einigen Fällen auf unter die Hälfte, so dass die Exportzölle eine schwere Belastung darstellen. Die bebaute Fläche hat daher stark abgenommen.

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Im Jahr 2019 wurden 127.000 Tonnen Pfirsiche geerntet, und dieses Jahr wird mit nur 64.000 Tonnen gerechnet. Frühe Froste haben die Pflanzungen beeinträchtigt, wobei in den letzten Jahren zu wenig in Erneuerung der Pflanzungen investiert wurde. Die Produktion konzentriert sich weitgehend auf die Provinz Mendoza, und innerhalb dieser, an erster Stelle auf das Gebiet “Valle de Uco” und an zweiter auf San Rafael.

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Transportminister Gabriel Katopodis erklärte, der Bau neuer Metrobusstraßen sei keine Priorität und werde zunächst stillgelegt. Der Metrobus, bei dem die Omnibusse auf bestimmten Straßen getrennt von den Automobilen und Lastwagen fahren, wurde von Macri als Chef der Stadtregierung von Buenos Aires eingeführt, und dann unter Macri als Präsident auch auf Vororte der Stadt ausgedehnt. Das System hat sich als sehr erfolgreich erwiesen und zu einer spürbaren Verkürzung der Fahrzeiten für die Passagiere geführt.

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Präsident A. Fernández hat die Absicht geäußert, die Mittel, die die Stadt Buenos Aires von den Bundessteuern erhält, zu verringern. Angeblich sollen $ 35 Mrd. gestrichen werden. Die Stadt hatte unter Präsident Macri mehr Mittel erhalten, aber gleichzeitig einen Teil der Bundespolizei übernommen, dessen Kosten dem zugeteilten Betrag entsprechen. Die Bundeshauptstadt hat eine sehr geringe Beteiligung an den Bundessteuern, weit unter dem, der ihr gemäß der Bevölkerung oder des Bruttoinlandsproduktes zukommen würde. Es ist der einzige Bezirk, bei dem die eigenen Steuern den allergrößten Teil der Einnahmen ausmachen. Macri hob den Beteiligungskoeffizient von 1,4% auf 3,75%, und senkte ihn danach auf 3,50%. Der Anteil der Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung beträgt 6,6%, und der Anteil am BIP mindestens 15%.

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Das Binnenhandelssekretariat, geleitet von Paula Español, hat mit den Kammern, die chinesische Supermärkte vertreten, über die Einführung des Systems der “gepflegten Preise” für etwa 60 Produkte verhandelt. Diese Supermärkte kaufen ihre Waren bei den Grossistensupermärkten (Macro, Diarco, Maxiconsumo, Vital), und diese wurden in die Verhandlung aufgenommen, damit sie auch zu billigeren Preisen für diese Produkte beitragen.

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Die Regierung gab am Montag bekannt, dass diejenigen, die einen Hypothekarkredit in Dollar für eine Eigenwohnung beantragt haben, bis zu u$s 100.000 kaufen können, ohne die Steuer von 30% zu zahlen.

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Der Verband der Kraftwerke Ageera (Asociacion de Generadoras de Energía Eléctriza de la República Argentina) hat dem vom Staat verwalteten Unternehmen CAMMESA, das den Grossistenmarkt für Strom betreibt, am Freitag der Vorwoche einen Brief geschickt, in dem sie die Zahlung der geschuldeten Beträge fordert. CAMMESA hat im Dezember 78% des im Oktober bezogenen Stromes bezahlt, schuldet aber die gesamten Lieferungen von November und Dezember 2019, was einen Betrag von ca. u$s 1 Mrd. ausmacht. Der gesamte von den Kraftwerken in einem Jahr gelieferte Strom wird auf ca. u$s 8,5 Mrd. berechnet. Das Grundproblem besteht darin, dass die Haushalte über den Tarif gesamthaft nur etwa die Hälfte der Stromkosten der Kraftwerke zahlen. Der Fehlbetrag wird durch Subventionen gedeckt, die das Schatzamt mit großer Verzögerung zahlt.

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Transportminister Mario Meoni erklärte, die Regierung werde den Eisenbahnen und dem Flusstransport Priorität vor dem Lastwagen geben, der gegenwärtig 93% des Frachtvolumens bewältigt. Meoni betonte, die Investitionen in Eisenbahnlogistik und Instandsetzung der Wasserstraße, die der Paraná-Fluss darstellt. Im Wesen handelt es sich um eine Fortsetzung der Transportpolitik der Macri-Regierung.

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Die lokalen Tochterunternehmen von ausländischen haben laut AFIP-Beschluss eine Frist bis zum 27. Januar 2020 um die Zusatzsteuer von 7% auf den Betrag der überwiesenen Dividenden oder Gewinnen zu zahlen, den das neue Notstandsgesetz (“Gesetz der sozialen Solidarität und der produktiven Reaktivierung) eingeführt hat.

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Die nationale Wertpapierkommission (CNV, Comisión Nacional de Valores) berichtet, dass die lokalen Unternehmen über den Kapitalmarkt im Jahr 2019 umgerechnet in Dollar u$s 6,63 Mrd. aufgenommen haben, der niedrigste Betrag seit 2012. 2017 waren es noch 4 17,91 Mrd. In Pesos waren es 2019 $ 315,94 Mrd., 71% über dem Vorjahr. Die Unterbringung von vordatierten Schecks an der Börse nahm um 151% auf $ 94,20 Mrd. zu. Obligationen wurden für $ 171,05 Mrd. untergebracht, 85% über dem Vorjahr. Bei finanziellen Treuhandfonds setzte eine Abnahme von 3% ein, und bei Aktienemissionen eine von 69%.

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Die Auslastung der Kapazität der Industrie betrug im November 2019 60,7%, gegen 63,3% im November 2018. Über dem Durchschnitt lagen Erdölraffinerien, Papier und Pappe, Grundmetallindustrien, nicht metallische Erze, Tabakwaren und Chemie. Über dem Durchschnitt lagen Nahrungsmittel und Getränke, Verlage und Druckereien, Kautschuk- und Kunststoffprodukte, Metallmechanik und Kfz.

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