• Argentinisches Tageblatt

Argentinische Wirtschaft in Kürze

Actualizado: 19 de mar de 2019

(Vom 1.3.19 bis 8.3.19)

Der Dollarkurs schloss am Mittwoch zu $ 41,72, gegen $ 39,83 eine Woche zuvor. Er liegt somit weit über der unteren Interventionsgrenze ($ 38,765 und $ 50,167), so dass die ZB keine Dollar kaufen musste. Die Kurszunahme erfolgte trotz Unterbringung eines hohen Leliq-Betrages ($ 200,28 Mrd, bei Verfall von $ 160 Mrd.) und Zinsen von 50,55%, weit über den 43,94%, die noch Mitte Februar galten. Die ZB-Reserven lagen bei u$s 68,35, gegen u$s 66,98 Mrd. eine Woche zuvor. Der Rofex-Terminkurs lag zum 28.2.20 bei $ 59,75, was einen Jahreszinssatz von 45,03% zum Ausdruck bringt.

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Der Merval-Aktienindex der Börse von Buenos Aires verzeichnet in einer Woche zum Mittwoch einen Rückgang von 8,50%, und liegt somit nur noch um 6,76% über Ende Dezember 2018.

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Die argentinischen Staatstitel lagen in einer Woche zum Mittwoch im Zeichen einer betonten Baisse. Die Entwickung war im Einzelnen wie folgt: Argentina 2019: -0,10%; Argentina 2021: -1,84%; Argentina 2026: -4,60%; Argentina 2046: -3%; Bonar 2024: -2,30%.

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Gold wurde in Buenos Aires (Banco Ciudad) am Mittwoch bei 24 Karat zu $ 1.579,39 pro Gramm gehandelt (Vorwoche $ 1.583,85). Gold zu 18 Karat wurde weiter nicht gehandelt.

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Die Geldmenge, gemessen als monetäre Basis (Geldscheine im Umlauf plus Bankdepositen bei der ZB), stieg in 12 Monaten zum 28.2.19 um 29,90%, und das monetäre Aggregat M2 (Geldscheine im Umlauf plus Giro. und Spardepositen), das sich auf Zahlungsmittel im witeren Sinn bezieht, stieg um 14,46%.

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Die gesamten Bankdepositen in Pesos stiegen in 12 Monaten zum 28.2.19 um 34,18% auf $ 2,99 Bio., und die gesamten Kredite in Pesos stiegen um 9,93% auf $ 1,61 Bio. Die Dollardepositen nahmen um 10,52% auf u$s 32,33 Mrd. zu und die Dollarkredite um 0,69% auf u$s 16,11 Mrd.

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Die Industrieproduktion lag gemäss dem INDEC-Index (EMI, Estimador mensual industrial) im Januar um 10,8% unter dem gleichen Vorjahresmonat, aber (saisonbereinigt) um 4,6% über Dezember 2018, was darauf hindeutet, dass der Tiefpunkt überwunden wurde.

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Die Bauwirtschaft verzeichnt laut dem Indec-Index im Januar einen interannuellen Rückgang von 15,7%, liegt jedoch (saisonbereinigt) um 4,4% über Dezember 2018.

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Der Preis für Rindfleisch stieg im ersten Bimester 2019 um 24,6%, und der Konsum pro Kopf ging um 9,9% auf 50,8 kg im Jahr gegenüber der gleichen Vorjahresperiode zurück, berichtet die Kammer der Fleischindustrie CICCRA. Der Preis pro Kilogrann Lebendvieh stieg in der gleichen Periode um 29%.

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Das Steueramt der Provinz Buenos Aires, ARBA, hat 49.507 Verfahren zur Einleitung von Prozessen zwecks Inkasso von Steuerschulden bis zum 31. Mai aufgehoben, um den säumigen Steuerzahlern Zeit zu geben, sich einem Plan für Ratenzahlung anzuschließen.

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Die Regierung hat in der Vorwoche das Kraftwerk Brigadier López (280 MW) dem Kraftwerkbetreiber Central Puerto (mit einem großen Kraftwerk am Hafen der Bundeshauptstadt) zugeschlagen. Der Preis betrug u$s 165,43 Mio., plus Übernahme einer Schuld von u$s 161,12 Mio., plus die Verpflichtung, die Investition für den kombinierten Zyklus zu vollenden, was die Leistung um 140 MW erhöht. Central Puerto gehört Carlos Miguens Bemberg, (ehemaliger Großaktionär der Bierbrauerei Quilmes), Guillermo Reca (ehemaliger Beamter der US-Investmentbank Merrill Lynch), Eduardo Escasany (der den Finanzkonzern Galicia, Hauptaktionär der Banco Galicia, kontrolliert) und Nicolàs Caputo, Freund des Präsidenten. Das wurde von kirchneristischen Deputierten beanstandet, obwohl Präsident Mauricio Macri nichts damit zu tun hat. Die Ausschreibung für das Kraftwerk Ensenada Barragán (560 MW) wurde als gescheitert erklärt, weil die Offerten als zu niedrig angesehen wurden. Binnen 60 Tagen soll hier eine neue Ausschreibung stattfinden.

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Die Regierung hat beschlossen, die für Juni vorgesehene Erhöhung des Mindestlohnes auf März vorzuverlegen, und ihn auf $ 12.500 festzusetzen. Für diejenigen, bei denen der Lohn pro Stunde berechnet wird, beträgt er jetzt $ 62,50 pro Stunde. Der Rat des beweglichen Mindestlohnes hatte im August 2018 bestimmt, dass der Mindestlohn im September $ 10.700, im Dezember $ 11.300, im März $ 11.900 und im Juni 2019 $ 12.500 betragen sollte. Ebenfalls wurde die Erhöhung der Subvention für Arbeitslose von Juni auf März vorverlegt. Es sind jetzt mindestens $ 2.907,53 und höchstens $ 4,652,06.

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YPF hat den Preis für Benzin und Dieselöl ab Freitag der Vorwoche um 2,8% erhöht. Superbenzin kostet jetzt $ 38,67 pro Liter und Dieselöl $ 36,17. Die Zunahme hätte höher sein sollen, aber die Regierung hat die dreimonatliche Zunahme der Brennstoffsteuer dieses Mal auf drei Monate (März, April und Mai) verteilt.

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Die AFIP hat durch Beschluss 4431/19 verfügt, dass der Zinssatz bei Zahlung von Steuern in Raten für mittlere und kleine Unternehmen (pymes) von 4% auf 3% gesenkt wird. Vor kurzem hatte die AFIP diese Zinsen von 3% auf 4% erhöht.

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Die Regierung hat Ende der Vorwoche mit der Übertragung der Stromverteilungsunternehmen Edesur und Edenor auf die Stadt und die Provinz Buenos Aires begonnen. Auf diese Weise werden diese beiden Distrikte teilweise mit den Provinzen gleichgestellt, die für ihre Stromversorgung verantwortlich sind und auch Defizite und Investitionen tragen. Gleichzeitig soll ein Kontroll- und Regulierungsamt geschaffen werden, mit Vertretern der beiden Regierungen. Diese Unternehmen kommen mit ihren Einnahmen für die Deckung ihrer laufenden Ausgaben aus, bedürfen jedoch öffentliche Zuschüsse für Investitionen, die die Zunahme der Nachfrage notwendig macht, die jetzt der Stadt und der Provinz zur Last fallen. Der Bundesstaat schuldet diesen Unternehmen noch um die $ 4 Mrd. wegen Subventionen bei Lieferungen an Familien mit sehr niedrigem Einkommen, und auch wegen des auf Anweisung der Regierung geduldeten Zahlungsausfalles. Die Unternehmen fordern, dass die Zahlung von der Übertragung erfolgt.

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Im Februar wurden 39.825 neue Kfz in das offizielle Register eingetragen (was dem Verkauf der Agenturen an ihre Kunden entspricht), 42,8% weniger als im gleichen Vorjahresmonat und 33,7% unter Januar 2019, berichtet der Agenturenverband ACARA. Bei dem Marken standen Renault (mit 6.321 Einheiten), VW (5.954), Toyota (4936), Ford (4.074) und Chevrolet (4021) an erster Stelle. Bei den Modellen stand der Ford Ka mit 1.620 Einheiten an erster Stelle, gefolgt vom Toyota Ethios ((1.340), dem Chevrolet Onix (1.213), dem Renault nuevo Sandero (1.203) und dem Peugeot 208 (1.192).

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Im Februar wurden 33.024 Motorräder in das offizielle Register eingetragen, 43% unter dem gleichen Vorjahresmonat und 21,6% unter Januar 2019. An erster Stelle stand Honda mit 7.535 Einheiten, gefolgt von Motomel (4.706), Zanella (4.431), Corven (3.913) und Keller (2.254).

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Präsident Mauricio Macri kündigte anlässlich der Rede vor dem Kongress vom 1. März eine Erhöhung des Kindergeldes (asignación universal por hijo) um 46% an. Es handelt sich im eine Vorverlegung der einzelnen Zunahmen, die für dieses Jahr vorgesehen waren. Im März sollte das Kindergeld um 11,83% erhöht werden, und im Juli um 10,8%, wobei die Zunahmen für September und Dezember noch nicht festgesetzt worden waren. Das Kindergeld steigt jetzt von $ 1.816 auf $ 2.652, und wird für 4 Mio. Kinder bezahlt. Die Gesamtkosten werden offiziell auf $ 15 Mrd. geschätzt.

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Im Januar erhielten die Landwirte durchschnittlich einen Preis für ihre Produkte, der 22,7% des Preises entspricht, den der Konsument zahlt. Es waren 3,2% mehr als im Dezember. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Produkten sind jedoch sehr groß. Bei Äpfeln erhielt der Landwirt nur 6,3%, bei Orangen 8,3%, bei Birnen 13,1%, bei Zitronen und Reis 13%. Doch bei Eiern waren es 40,5%, und bei Geflügel 38,5%. Die hohe Marge, die auf den Transport, den Grossistenhandel und den Einzelhandel entfällt, ist schwer zu erklären, abgesehen von verderblichen Produkten, bei denen ein Teil schließlich wegeworfen wird.

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Der Umsatz des kleinen Einzelhandels ist im Februar 2019 gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat um 14% gefallen, aber gleichzeitig nahm der Verkauf über Internet um 6,1% zu, teilt der Verband CAME mit. Der Internet-Handel bezieht sich jedoch nur auf einen geringen Teil des Umsatzes. Der Einzelhandel weist jetzt schon 14 Monate mit interannuellem Rückgang auf.

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Beim bilateralen Handel mit Brasilien erreichte Argentinien im Februar einen Überschuss von u$s 36 Mio., nachdem die Exporte gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat um 19,6% auf u$s 897 Mio. stiegen und die Importe um 41,5% auf u$s 861 Mio abnahmen. Der größte Rückgang bei den Importen fand bei Automobilen, Lastwagen und Traktoren statt. Bei den Exporten spielen hohe Weizenlieferungen eine große Rolle, aber auch Lieferungen von Lastwagen, Brennstoffen und Aluminium.

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Zum ersten Mal nach 17 Jahren Unterbrechung hat Argentinien wieder Rindfleisch nach den Vereinigten Staaten exportiert. Am Freitag der Vorwoche traft eine Ladung von 12,5 Tonnen von hochwertigen Schnitten von Rindfleisch in Philadelphia ein, die die Firma Swift exportiert hat. Für dieses Jahr ist eine Quote von 20.000 Tonnen bei Lieferungen von Rindfleisch nach den USA vorgesehen, von der jetzt schon über die Hälfte gedeckt wurde.

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Das staatliche Kohlenunternehmen Yacimientos Carboníferos Río Turbio hat den Export von 25.000 Tonnen gereinigter Kohle von Hafen von Punta Loyola, Provinz Santa Cruz, nach Brasilien mit einer ersten Lieferung eingeleitet. Es ist der erste Export seit 2013. Das Kohlenbergwerk in Río Turbio steht inzwischen still. Es handelt sich beim Export um gelagerte Kohle.

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Die fünf Unternehmen, die Häfen bei Rosario betreiben (ACA, AGD, Cofco, LDC, und Renova) werden mit der Eisenbahn Belgrano Cargas verbunden, die Fracht aus dem Norden und Nordwesten in zunehmendem Umfang bringt. Für diesen Zweck sind Investitionen von $ 4,68 Mrd. vorgesehen, die zu 70% von den Unternehmen getragen werden. Vorläufig kann nur Fracht aufgenommen werden, die per Lastwagen eintrifft.

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YPF hat sich der Firma Compañía General de Combustibles (CGC) zusammengetan, um ein Gebiet von 4.670 qkm im Süden der Provinz Santa Cruz zu erforschen, wo es angeblich konventionelle Erdöl- und Gaslager gibt, aber auch ein nicht konventionelles, von “shale” und “tight” Gas, wie in Vaca Muerta. Die Unternehmen würden in diesem Fall die Erfahrung nutzen, die sie auf diesem Gebiet in Vaca Muerta gesammelt haben. Es handelt sich jetzt um eine Investition von u$s 25 Mio.

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Die AFIP hat säumigen Steuerzahlern, bei denen schon ein Prozess beim Steuerverwaltungsgericht läuft, die Möglichkeit gegeben, ihre Schuld in bis zu 60 monatlichen Raten zu zahlen, bei einer Anzahlung von 10% des Gesamtgbetrages. Der Zinssatz hält sich an den für Bankdepositen von über $ 20 Mio., plus 5 Prozentpunkte. Unternehmer, die über dies befragt wurden, meinten, es sei angesichts der tiefen Rezession zu wenig, und forderten eine allgemeine Aufhebung der Vermögensbeschlagnahmen durch die AFIP, die die Unternehmen behindert, ihre Geschäfte normal abzuwickeln.

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