• Argentinisches Tageblatt

„Anerkennung verdient“

Actualizado: 23 de jul de 2019

Ex-Präsident Fernando de la Rúa gestorben

Fernando de la Rúa im Dezember 2001. (Foto: dpa)

Buenos Aires (AT/jea/dpa) - Der frühere Präsident Fernando de la Rúa ist tot. Er starb am Dienstag am Unabhängigkeitstag im Alter von 81 Jahren in einem Krankenhaus in der Provinz Buenos Aires. „Ich bedauere den Tod von Ex-Präsident Fernando de la Rúa“, schrieb der amtierende Staatschef Mauricio Macri auf Twitter. „Seine demokratische Amtsführung hat die Anerkennung aller Argentinier verdient. Lasst uns seiner Familie in diesem Moment beistehen.“

De la Rua war sehr jung in die Politik eingetreten, war Mitglied der radikalen Bürgerunion (UCR),und gewann 1973 die Wahl zum Senator der Bundeshauptstadt. Nach einer langen parlamentarischen Karriere wurde er dann 1997 zum Stadtchef von Buenos Aires gewählt. Dann gelang ihm 1999, mit dem Sieg über den justizialistischen Kandidaten Eduardo Duhalde, der Sprung zur Präsidentschaft. De la Rua gehört zu den gemäßigten Politikern mit unerschütterlicher demokratischer Überzeugung.

De la Rúa führte Argentinien von Dezember 1999 bis zum Dezember 2001, als er vorzeitig zurücktrat. In seine Amtszeit fiel eine schwere Wirtschaftskrise. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte Argentinien zwar hohe Milliardenkredite zugesagt, forderte im Gegenzug aber einen harten Sparkurs. Die Regierung fror im November 2001 die Bankkonten von Millionen Bürgern ein, als der IWF eine Kredittranche verweigerte, weil die zugesagten Sparziele nicht erreicht worden waren.

Die Bevölkerung ging daraufhin auf die Straße und blockierte Bankfilialen, es kam zu Plünderungen. In Buenos Aires gab es Tote und Verletzte, als die Polizei gegen Demonstranten vorging. Spontan waren diese Proteste gewiss nicht. Es wurde jedoch nicht untersucht, wer dies organisiert hat, ob von Duhalde, der nachher Präsident wurde, oder sonst jemand. Aber der Peronismus war ohne Zweifel dabei.Als die Situation völlig außer Kontrolle geriet, flüchtete De la Rúa am 20. Dezember 2001 per Hubschrauber aus dem Präsidentenpalast Casa Rosada in Buenos Aires, nachdem er seinen Rücktritt eingereicht hatte.

Seither führte er ein zurückgezogenes Leben, ohne sich in die Politik einzumischen. Ein klägliches Ende für einen großen Politiker. De la Rua hätte nicht zurücktreten dürfen, sondern weiter regieren und versuchen sollen, die schwierige Lage zu meistern. Denn schließlich war bei der Verfassungsreform von 1994 die Amtszeit des Präsidenten von sechs auf vier Jahre verkürzt worden, um Staatsstreiche oder vorzeitige Rücktritte zu vermeiden.

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