• Argentinisches Tageblatt

AMIA-Gedenken im Bundestag

Erinnerung an Anschlag auf jüdisches Zentrum vor fast 25 Jahren

(V.l.n.r) Edgardo Malaroda, Abraham Lehrer, Wolfgang Kubicki (Bundestagsvizepräsident), Stefan Müller, Avraham Nir-Feldklein (Israelischer Gesandter) und Jorge Szeinfeld (Arg. Verteidigungsministerium). (Foto: ealem)

Buenos Aires (AT) - Fast 25 Jahre ist es her, dass der Bombenanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA Argentinien und die Welt erschütterte. Zum Gedenken an das Attentat, das am 18. Juli 1994 in Buenos Aires 85 unschuldige Menschen in den Tod riss, fand vor wenigen Tagen im Deutschen Bundestag eine Gedenkveranstaltung statt. Die Zusammenkunft wurde von der argentinischen Botschaft in Berlin und der parlamentarischen Freundschaftsgruppe Cono Sur des Bundestages organisiert.

Deutsche Parlamentarier, hohe Beamte der Bundesregierung, die für die Bekämpfung des Antisemitismus zuständig sind, Vertreter des Auswärtigen Amtes, Vertreter der politischen Stiftungen, Mitglieder des in Berlin akkreditierten diplomatischen Corps, hohe Vertreter des Zentralrats der Juden in Deutschland nahmen genauso teil wie Medienvertreter, Forscher, Wissenschaftler, Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen und Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft.

Stefan Müller, der Vorsitzende der Freundschaftsgruppe Cono-Sur, moderierte die Veranstaltung. Der CSU-Politiker hob die Bedeutung der Gedenkfeier hervor. Der argentinische Botschafter Edgardo Malaroda betonte das entschlossene Engagement seines Landes im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Er verwies zugleich auf die bis heute fortgesetzten Bemühungen der argentinischen Behörden, um die Geschehnisse endgültig zu klären und die Verantwortlichen vor hiesige Gerichte zu bringen und zu verurteilen.

Abraham Lehrer, der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, dankte der argentinischen Botschaft für ihr Engagement zur Verwirklichung des Gedenkaktes. Lehrer hob gleichzeitig die Geschichte Argentiniens als Aufnahmeland für jüdische Einwanderer und Flüchtlinge hervor. Nach der Projektion eines Videos über den Anschlag gab es eine Schweigeminute zu Ehren der Opfer und ihrer Familien.

Am Montag gab es auch bei den Vereinten Nationen in New York eine Gedenkveranstaltung, an der Jorge Faurie teilnahm. Der argentinische Außenminister sagte: „Das Attentat richtete sich nicht nur gegen die jüdische Gemeinschaft, sondern gegen alle Argentinier und die Demokratie in unserem Land.“ Faurie stellte klar, dass der „irrationale Anschlag gegen Unschuldige“ niemals vergessen werde. Gleiches gelte für das Attentat auf die israelische Botschaft in Buenos Aires, das zwei Jahre vorher verübt worden war. Argentinien werde weiterhin alles daran setzen, dem Antisemitismus und allen Formen des Hasses ein Ende zu bereiten, so Faurie.

2 vistas

© 2019 Tageblatt - All rights reserved

  • White Twitter Icon
  • White Facebook Icon
  • White Instagram Icon