• Argentinisches Tageblatt

Alberto Fernández übernimmt

Zeremonie im Kongress und Volksfest auf der Plaza de Mayo

Alberto Fernández wird am Dienstag ins Amt eingeführt. (Foto: dpa)

Buenos Aires (AT/mc) - Argentinien blickt am Dienstag (10. Dezember) gespannt auf die Amtseinführung von Alberto Fernández als neuer Staatspräsident im Kongress. Vor vier Jahren hatte es die damals scheidende Amtsinhaberin Cristina Fernández de Kirchner noch abgelehnt, der Zeremonie zu Ehren ihres ungeliebten Nachfolgers Mauricio Macri beizuwohnen, da sie dies als Kapitulation empfunden hätte. Diesmal haben die Beteiligten etwas mehr demokratische Reife geschworen.

Allerdings gibt es auch gegenwärtig Animositäten. So soll nicht (Noch)-Vizepräsidentin Gabriela Michetti dem künftigen Staatschef den Amtseid abnehmen, sondern Cristina Kirchner, die im Oktober als Fernández‘ Vizekandidatin gewählt wurde. Um dies auch mit der Verfassung in Einklang zu bringen, muss also erst einmal Michetti ihrer Nachfolgerin Kirchner den Amtseid abnehmen. So wird diese in die Lage versetzt, als frisch gebackene Vizepräsidentin ihren künftigen Vorgesetzten Fernández ins Amt einzuführen.

Anschließend soll dann der als Präsident abgewählte Macri die Szenerie betreten, um seinem Nachfolger Zepter und Schärpe - die beiden Attribute der Präsidentenmacht - auszuhändigen. Diese Übergabe schließt die Zeremonie ab. Macri muss zwar nach nur einer Legislaturperiode die Casa Rosada wieder verlassen. Er kann sich jedoch rühmen, der erste nicht-peronistische Staatschef zu sein, dem es seit dem Entstehen der peronistischen Bewegung Mitte der Vierziger Jahre gelungen ist, seine Amtszeit turnusgemäß zu Ende zu bringen.

Nach der Veranstaltung im Kongress will sich Alberto Fernández in den Präsidentenpalast begeben. Dort soll sein neues Kabinett vereidigt werden. Anschließend ist ein großes Volksfest auf der Plaza de Mayo geplant.

Der 10. Dezember ist in Argentinien traditionell der Amtseinführungstag für Präsidenten. Dies nimmt Bezug auf den Amtsantritt von Raúl Alfonsín im Jahr 1983, der an diesem Datum als erster demokratisch gewählter Staatschef nach Ende der Militärdiktatur vereidigt wurde.

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